Derzeit gibt es Probleme mit der Ladesäule am Parkplatz Siegergarten. Vorübergehend wird der FLUGS auf dem Gelände der Firma Autohaus Plössnig (Reimmichlstraße 2, 9900 Lienz)  parken und kann dort problemlos geladen werden. Wir danken in diesem Zusammenhang für die Hilfsbereitschaft. 

Sobald wir vom Lebensland Kärnten Nachricht zur erfolgreichen Reparatur der Ladesäule im Siegergarten haben und das auch überprüfen konnten, informieren wir alle Nutzer wieder. Bis dahin bitten wir um Verständnis.

 Danke!

Wann:           Do. 28.April.2016 um 18.00

Wo:               Kolpingstüberl Lienz

 

Themen:       Ronald Klauss von der AAE wird über u.a. über die Ladeinfrastruktur in Osttirol berichten und Auskunft geben, warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für ein E-Auto ist.

Wir freuen uns über euer Kommen!

Christian Pichler und Michael Ganner

…wer irgendwann 100km für €2.- fahren möchte, oder gleich seinen eigenen Sonnenstrom zum „Tanken“ hernehmen will, der ist kommenden Donnerstag im Kolpingstüberl gerne eingeladen zuzuhören :-)

… freier Eintritt!

E-Stammtisch

Jan Schäfer

In der Nacht von Dienstag, 22. Feber, auf Mittwoch in der Früh, 23. Feber, wurde der an der E-Ladesäule im Stegergarten geparkte FLUGS Ziel einer sinnlosen Vandalismusattacke. Unbekannte entrissen dem E-Auto das Stromkabel aus der Ladebuchse. Dabei wurde diese arg beschädigt und das Kabel entwendet.

Aus Sicherheitsgründen verriegelt der Ladeanschluss des FLUGS nach dem Anstecken das Ladekabel in der Buchse. Dieser Mechanismus ist normalerweise nur von Innen aus dem Auto heraus wieder zu entsichern. Der oder die Täter setzten massive Gewalt ein, um die Sperre zu knacken. Dabei wurde die Ladebuchse beschädigt und das Kabel offensichtlich mitgenommen. Der Vorfall ist polizeilich gemeldet. Die Schadenshöhe wird durch einen Sachverständigen der Versicherung demnächst ermittelt.

Dadurch ist der FLUGS bedauerlicher Weise zur Zeit nicht einsatzbereit. Wir bitten, um etwas Geduld für die nächste Buchung. Zwar wäre ein Ersatzkabel rasch besorgt, doch der Schaden an der Buchse ist erheblich. Nachdem der Gutachter der Versicherung den Schaden in Augenschein genommen hat, wird es ein paar Tage dauern, ehe das Ersatzteil bestellt und eingebaut ist. Es ist für alle Beteiligten eine unerfreuliche Situation.

Wir bemühen uns mit Hochdruck, den FLUGS als bald als möglich einsatzbereit zu haben. In dem Zusammenhang haben wir eine Bitte: Falls jemanden zu Ohren kommt, dass ein „merkwürdiges, türkisblaues Kabel mit einem Stecker, der eigentlich nirgendswo passt“ auftaucht, meldet uns das bitte. Natürlich wünschen wir uns ebenfalls Hinweise, die zur Aufklärung beitragen.

Als Betreiberverein „e-tirol“ sind wir in unserer visionären Seele durch diesen Vorfall getroffen! Trotzdem werden wir weiter an der Elektrisierung des Verkehrs und damit am E-Carsharing arbeiten. Sollte sich die/der ehrliche FinderIn des Ladekabels melden, wird sie/er ganz herzlich von uns zu einer Probefahrt mit dem FLUGS eingeladen.

Sollten sich der oder die Täter von ihrer Schuld befreien wollen, sodass sie wieder in Ruhe schlafen können, laden wir sie gern zum Kennenlernen einer neuen Form von Mobilität ein: Zu einer Testfahrt sowie zu einer Mitgliedschaft beim E-Carsharing. Der entstandene Schaden, der mit Sicherheit über 500 € liegen wird, muss selbstverständlich beglichen werden. Von einer Anzeige werden wir in diesem Fall absehen.

Nochmals Danke allen für Ihre Mithilfe und für euer Verständnis.

Jan Schäfer

Der Winter ist eine Jahreszeit, in der vieles langsamer geht. Die Natur kommt zur Ruhe. Doch in Wahrheit bereitet sie sich auf den Frühling vor. So verhält es sich ebenfalls beim E-Carsharing FLUGS. Scheinbar ist es leise um den kleinen Flitzer geworden. Um diesem Eindruck entgegen zu wirken, möchte der Verein „e-tirol“ aktiven Nutzern sowie Interessenten einen kurzen Einblick über ihre Aktivitäten geben.

Das Ziel von „e-tirol“ ist es, das E-Carsharing auszubauen, einen weiteren FLUGS u. a. in Lienz zu stationieren und das E-Carsharing in Osttirol noch bekannter zu machen. So einfach, wie es sich anhört, ist es allerdings nicht. Mit dem „nur Hinstellen“ eines weiteren E-Autos ist es nicht getan. Man könnte fast sagen, es ist mit dem Ausbau eines Flughafens zu vergleichen. Weitaus mehr gehört dazu als nur eine Rollbahn, damit ein Flugzeug starten und landen kann. Bevor die dafür benötigte komplette Infrastruktur gebaut und eingerichtet werden kann, sind Verhandlungen, Verfahren und Genehmigungen nötig. Wer sich einen Flughafen mal genauer anschaut wird erkennen, wie vielschichtig die Mobilität des Fliegens ist.

FLUGS ist zum Glück weniger kompliziert. Dennoch gibt es Parallelen. Auch hier erfordert der weitere Ausbau Gespräche mit unterschiedlichen Beteiligten, Verfahrensprozesse sind einzuhalten und Genehmigungen bzw. Entscheidungen müssen abgewartet werden. Der Vorstand von „e-tirol“ befindet sich genau in dieser Phase und die ist sehr arbeitsintensiv. Für die Öffentlichkeit wirkt das anders. Der Eindruck mag entstehen, dass es leise geworden ist aber der Schein trügt.

Dem Vorstand kommt es allerdings öfter so vor, als würde sich manches in die Länge ziehen. Dazu muss man jedoch wissen, dass die Aktiven ihre umfassende Arbeit für FLUGS ehrenamtlich neben ihren Berufen leisten. Termine können deshalb nicht so forciert werden, wie bei einer hauptberuflichen Tätigkeit. Zudem liegt es auch an der Jahreszeit, dass beispielsweise die Erweiterung der Infrastruktur ins Stocken geraten ist. Das alles erfordert oft Verständnis.

Die gute Nachricht ist, es wird an allen Stellen gewirkt, damit sich FLUGS vergrößert und für noch mehr Nutzer verfügbar ist. Der nächste wesentliche Schritt steht unmittelbar bevor. Es gibt jedoch etwas, das die Beschleunigung von Entscheidungen positiv beeinflusst! Je mehr Menschen sich aktiv dem E-Carsharing anschließen, desto gewichtiger ist das Argument, FLUGS rasch weiter zu installieren. Also, es liegt mit an Ihnen, dass Osttirols E-Carsharing weitere und schnellere Verbreitung findet. Das geht ganz einfach: den FLUGS Firmen, Bürogemeinschaften, Freunden und Nachbarn empfehlen.

Am Donnerstag geht der E-Mobilitäts Stammtisch in die zweite Runde. Weitere Informationen im PDF.

Termin: Donnerstag, 26. November 2015, um 18:00 Uhr im Kolpingstüberl Lienz.

Einladung

 

1. Osttiroler Elektro-Mobilität ´s Stammtisch

Wann:     Donnerstag, 29. Oktober 2015
um 18:00 Uhr
Wo:          Kolpingstüberl Lienz

Erfahrungsaustausch und Präsentation voninteressanten Informationen stehen am Programm zu diesem Gründungsstammtisch.
Auch Probefahrten mit Elektrofahrzeugen können vereinbart werden.

Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen!

Weitere Infos:  Christian Pichler
0650/4000 710

Jan Schäfer

Wer regelmäßig Autos mit einem konventionellen Antrieb fährt, muss bei E-Fahrzeugen etwas umdenken. Es bedarf eines vorausschauenden Fahrens, das etwas Übung erfordert. Dies beginnt bereits bei der Planung von Route und Zeit. Die Reichweite – zwischen 100 und 200 km je nach Model, ein Tesla schafft 450 km – bedingt, sich bereits vor Fahrbeginn einen Überblick nach Tankmöglichkeiten zu verschaffen. Im Falle von Kurzstrecken im Bezirk ist das unproblematisch. Bei längeren Strecken ist das absolut ratsam, obwohl viele Autos mit einem internetbasierten Navigationssystem ausgestattet sind.

Was tatsächlich zu ersten Irritationen beim Starten führen kann, dass die Batterieanzeige trotz Volltankens nicht die optimale Reichweite anzeigt. Das begründet sich durch den Bordcomputer, der aus den vorangegangenen Fahrten einen Durchschnittsverbrauch ermittelt und diesen auf die Reichweite umlegt. Bergauf oder „unter Last“ verbraucht das E-Auto entsprechend Energie. Automatisch sinkt die Reichweite. Jedoch relativiert sich diese z. B. bei jedem Bremsvorgang, da diese Kraft wieder in nutzbare Akkuleistung umgewandelt wird. Nach ein paar Fahrten bekommt man ein Gefühl dafür und weiß, wie es funktioniert.

Gerade bei längeren Strecken können Situationen entstehen, die für einen gewöhnlichen „Konventionell-Antriebs-Lenker“ zur Herausforderung werden: Stau, Hitze, Kälte oder gar die letzte E-Tankstelle nicht genutzt. Es beginnt ein Spiel mit der Tankanzeige, besonders, wenn man im Hinterkopf hat, welche Stromverbraucher wie Licht, Klimaanlage, Gebläse oder Multimedia-Device ebenfalls vom Akku gespeist werden. Wir haben ein paar Fakten von erfahrenen E-Auto-Lenkern zusammengestellt, die für entspanntes, aber wie gesagt vorausschauendes Fahren sorgen sollen:

  • Im ECO–Modus zieht die Klimaanlage (nach einer Anlaufphase) max. 1 kW. Damit könnte man theoretisch einen ganzen Tag lang im Stau stehen ohne, dass nennenswert der Akku entleert wird. Jedoch: Ohne ECO-Modus kann die Klimaanlage bis zu 3 kW verbrauchen!
  • Das Gebläse verbraucht höchstens 100 W. Das ist für den Verbrauch unkritisch, selbst an heißen Tagen.
  • Wenn der Innenraum runtergekühlt ist, geht auch die von der Wärmepumpe benötigte Leistung runter. Die Leistungsanzeige (bei FLUGS rechts auf der Armatur kann dann sogar 0 kW anzeigen.
  •  Radio, Licht und andere Bordenergieverbraucher werden aus der kleinen 12-V-Batterie gespeist. Diese wird zwar vom Antriebsakku nachgeladen, aber auch dieser Verbrauch ist zu vernachlässigen. Das macht bei 120 km Reichweite nur ein bis zwei Kilometer aus.

E-Auto fahren ist also Gewöhnungs- und Erfahrungssache. Mit der Zeit wird man entspannter, wenn man weiß, wie die beiden Anzeigen – Reichweite und Leitung – zu deuten sind. Und ist man ehrlich: Wie ist es einem bei den ersten Fahrten in einem konventionell angetriebenen Wagen ergangen? Das Aufleuchten von Serviceleuchten hat irritiert, und wenn das Signal des Reservetanks ertönte, kam auch Unruhe auf verbunden mit Berechnungen zur Reichweite.

Es ist alles eine Sache der Übung, des Vertrauens und des Kopfes. Gute Fahrt mit dem FLUGS!

 

Ein Reise- und Erfahrungsbericht

von Stephan Hilchenbach

Juli 2015

Letztes Jahr haben wir uns für unsere Urlaubsfahrt von Hannover in den Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol noch einen Verbrenner von Freunden geliehen. Dieses Jahr will ich keine Kompromisse mehr eingehen und auch diese Fahrt mit unserem Elektroauto Renault ZOE machen.

Gleich vorneweg: Alles klappt viel besser als befürchtet und die ZOE bewährt sich in den Alpen hervorragend!

Reiseplanung

Von Benthe bei Hannover nach Matrei in Osttirol sind es rund 850km.

Die Ladeinfrastruktur auf der Nord-Süd-Achse hat sich im letzten Jahr erfreulich verbessert. Sowohl auf der Hinfahrt als auch auf der Rückfahrt kommen wir mit jeweils 8 Ladehalten aus, die wir auf 3 Tage für die Hinfahrt und auf 2 Tage für die Rückfahrt verteilen. (Auch die Hinfahrt wäre in 2 Tagen machbar, aber wir besuchen bei der Gelegenheit noch Freunde in Bayern.)

Ich plane konservativ mit üppigen Sicherheitsreserven, d.h., zwischen zwei Ladehalten liegen max. 120km. Tatsächlich schafft die ZOE im Sommer bei gemäßigter Fahrweise (max. 100km/h auf Autobahnen) 150-160km.

Hitzewelle

Pünktlich zum Reisebeginn am Samstag, dem 4. Juli 2015, bricht eine Hitzewelle über Deutschland herein. Für Süddeutschland werden Temperaturen bis 40°C vorhergesagt. Und wir müssen genau da durch. Ein Härtetest für Mensch, Tier und Technik.

Hält der Akku das durch? Immerhin wird er durch abwechselndes Fahren und Laden auf so langer Strecke so dauerbelastet wie noch nie, und das am oberen Ende seines Temperaturfensters.

Er hält. Es sind auch keine Reichweiteneinbußen zu verzeichnen. Beim Laden unterwegs wirft die ZOE allerdings alle verfügbaren Lüfter an, das ist schon eine ungewohnte Geräuschkulisse. Und die Rekuperationsleistung wird gedrosselt; teilweise werden nur noch einstellige kW-Werte beim Bremsen erreicht. Ansonsten gibt es keine hitzebedingten Probleme.

Anreise

Die ersten beiden Reisetage verlaufen problemlos. Alle öffentlichen Ladestationen funktionieren. Wir weichen nur ein Mal auf eine private Alternative aus, weil eine Säule durch eine andere ZOE belegt ist und wir nicht warten wollen.

Am dritten Tag wird es spannend, denn jetzt geht es hoch in die Alpen, über den Pass Thurn und die Felbertauern.

In Kufstein (500m) laden wir nochmal voll. Da ich nicht weiß, wie viel Akkuladung uns der Pass Thurn (1.274m) kosten wird, plane ich die nächste Ladung schon in Mittersill (790m). Bis dahin sind es über Kitzbühel rund 65km, das sollte auf jeden Fall drin sein.

Die Strecke erweist sich als ohne Probleme zu bewältigen. Bergauf schwimmt die ZOE locker mit 70-80km/h im Verkehr mit, und nach dem Pass Thurn gewinnt sie durch Rekuperation bergab eine um die andere kWh zurück, dass es eine Freude ist! In Mittersill angekommen zeigt das Display noch stolze 97km Restreichweite an!

Das ist aber auch gut, denn als ich zur Smatrics-Ladesäule im M-Preis komme, leuchtet diese rot und im Display steht „Ladesäule außer Betrieb” – genau das ist der Albtraum aller Elektromobilisten.

Aber mit den satten 97km auf der Reichweitenanzeige sollten die restlichen 40km bis Matrei i.O. ohne Probleme zu schaffen sein, trotz der über 800 Höhenmeter, die wir bis zum Felbertauerntunnel-Ausgang (ca. 1.630m) noch erklimmen müssen. Danach geht es dann bis Matrei nur noch abwärts.

Alles klappt wunderbar. Bis zum Tunnel verbrät die ZOE zwar ordentlich Strom, aber danach rollen wir rekuperierend rund 15km nur bergab. In Matrei zeigt ZOE noch 69km Restreichweite an. Wow. Das hätte ich nicht gedacht. Jetzt könnten wir glatt noch weiter fahren, bis zur nächsten öffentlichen Ladestation in Lienz (rund 28km). Das geht also locker mit der ZOE: in einem Rutsch von Kufstein bis Lienz. Gut zu wissen.

Wir müssen jedoch wieder zurück bis fast zum Tunnel und dann sogar noch höher, denn wir haben für unseren Urlaub eine Almhütte im Innergschlöß gemietet. Das sind nochmal rund 20km und über 700 Höhenmeter. In Matrei hole ich jetzt nur den Schlüssel für die Hütte und eine RFID-Karte für den Schranken. Auch will ich nochmal kurz nachladen, damit es nicht eng wird.

Matrei i.O. hat leider noch keine öffentliche Ladestation. Ich hatte im letzten Jahr Kontakt zum Tourismusverband Osttirol aufgenommen und auch sehr nette Mails zurückbekommen, aber getan hat sich leider gar nichts. Erstaunlich eigentlich, denn es gab damals eine Bis-zu-100%-Förderung der TIWAG/TINETZ zur Errichtung von Ladesäulen (max. 20.000,- €). Worauf will man da noch warten?

Aus dem GoingElectric-Stromtankstellenverzeichnis habe ich die Info, dass der Wirt der „Alten Mühle” in Matrei einen Kraftstromanschluss (CEE-Dose) zum Laden von Elektroautos zur Verfügung stellt. Daran kann ich die ZOE mit meiner mobilen Ladebox EVR3 anschließen. Dort fahre ich jetzt hin. Jedoch – es ist Montag, und Montag ist in der Mühle Ruhetag.

Das allerletzte Stück schaffen wir auch noch so. Vorsichtig und relativ langsam (max. 70km/h) fahre ich wieder Richtung Tunnel hoch. Kurz vorher biege ich links zum

Tauernhaus ab. Dran vorbei, durch den Schranken und noch 4km und 180 Höhenmeter auf schmalem Weg bis ins Innergschlöß. Mit einstelligem Akku-Prozentwert kommen wir an der Hütte an. Geschafft! Tags darauf lasse ich mich nach Matrei herunterrollen und dann klappt auch das Laden an der Alten Mühle.

Laden im Urlaub

Unsere Almhütte hat keinen Stromanschluss. Sie hat ein kleines Solarpanel auf dem Dach und eine Autobatterie auf dem Dachboden – das reicht für die abendliche Beleuchtung in den Zimmern, aber für mehr auch nicht. Im Innergschlöß laden wir ein paar Mal über Nacht an einer Schukodose am Kälberstall. Aus unbekannten Gründen bricht die Ladung hier aber oft ab.

Als zuverlässig nutzbar erweisen sich in unserem Urlaub nur zwei (nicht öffentliche) Lademöglichkeiten in Matrei i.O.: bei der schon erwähnten Alten Mühle und auf dem Simiterhof im Ortsteil Bichl, wo wir für unsere dritte Woche nochmal eine Ferienwohnung mieten. Es sind jeweils CEE-16-Dosen, an denen die ZOE mit 11kW in rund drei Stunden von leer auf voll geladen werden kann. Ich veranschlage pro Ladevorgang immer jeweils gut aufgerundete 5,- € und begleiche entsprechend. Außerdem essen und trinken wir bei jedem Ladevorgang in der Mühle auch gleich dort. (Naaa? Andere Wirtsleute, klingelt da was?) Vielen Dank nochmals an die Betreiber!

Ohne eigene mobile Ladebox hätten wir allerdings im Urlaub hier nicht laden können. Damit wäre die Region als Urlaubsort für uns ausgeschieden. Letztes Jahr war es noch so, dass wir unbedingt hierher wollten, die elektrische Anreise aber noch für zu unsicher und umständlich hielten und uns lieber einen Verbrenner geliehen haben. Diese Unsicherheit haben wir dieses Jahr im Praxistest ausgeräumt. Künftig werden wir nur noch elektrisch reisen und unsere Urlaubsziele danach aussuchen, ob es vor Ort eine nutzbare Ladeinfrastruktur gibt. Die Verbrennerzeiten sind vorbei.

Ansätze

Verschiedene Leute, mit denen ich in Matrei spreche, sagen: Fahr doch mal zum Nationalpark-Haus, die haben da auch ein Elektroauto, das lädt da immer. Ich fahre hin,

um es mir anzuschauen. Kein Elektroauto zu sehen, ist wohl gerade unterwegs. Der Ladepunkt stellt sich als zwei schlichte Schukodosen heraus. Über Nacht OK, aber für Durchreisende und zum Mal-eben-Zwischenladen leider ungeeignet. Das würde viel zu lange dauern. Und man braucht zum Laden an Schuko ein Notladekabel. Hat auch nicht jeder.

In Virgen gibt es eine tolle Sache: das Virger Mobil. Das ist aktuell ein vollelektrischer Renault Kangoo, mit dem ehrenamtliche FahrerInnen Virger BürgerInnen im Gemeindegebiet chauffieren, für 1 Euro pro Fahrt. Tolle Initiative! Wo der wohl geladen wird? Ich rufe in der Gemeinde an. Das Virger Mobil wird in der öffentlichen Tiefgarage in der Ortsmitte geladen, an einer 11kW-Ladestation. Das schaue ich mir doch gleich mal an.

Sogar zwei Stellplätze sind reserviert, aber die Ladebox hat nur einen einzigen Anschluss, und sie ist mit einem Schlüsselschalter gesichert, also nicht öffentlich nutzbar. Wieso eigentlich nicht?

Wenn schon eine Ladebox installiert wird, warum dann nicht gleich eine mit mindestens 2 Anschlüssen – und einer davon 22kW? Der Kangoo kann eh nur einphasig mit max. 3,7kW laden, dafür reicht auch ein weniger leistungsfähiger Anschluss. Der 22kW- Anschluss wäre dann für die Öffentlichkeit verfügbar. E-Autos, die diese Ladeleistung abrufen können, sind daran in einer Stunde wieder aufgeladen. Virgen wird sofort zum attraktiven Fahrziel. Das wäre doch toll, oder?

Wenn ich dort hätte laden wollen/müssen, hätte meine nette Telefongesprächspartnerin etwas arrangiert, aber das wäre ein inoffizieller Ausnahmefall gewesen. Es gäbe ja keine Abrechnungsmöglichkeit. Aaah, immer diese Abrechnungsangst! Das scheint ein internationaler Virus zu sein. Liebe Bedenkenträger, die Stromkosten sind nun wirklich Peanuts! Wenn ihr mit einer öffentlichen Ladestation E-Touristen anlocken könnt, lassen die in ihrem Urlaub richtig Geld in der Region. Da fallen die paar € für Ladestrom doch überhaupt nicht ins Gewicht.

Plädoyer für E-Tourismus

Nur mal als Anhaltspunkt: Wir geben während unseres dreiwöchigen Urlaubs vor Ort ca. 2.000,- € aus, für Unterkunft, Gastronomie und diverse Einkäufe und kostenpflichtige Aktivitäten. Jetzt rechnen wir mal. Eine Vollladung sind bei der ZOE 22kWh. Die kWh kostet bei der TIWAG 15 ct. (Von solchen Strompreisen träumen wir in Deutschland.) Das sind also max. 3,30 € pro Vollladung. (Aber es wird ja nicht immer von ganz leer auf ganz voll geladen). Nehmen wir trotzdem an, wir würden jede Woche zwei Mal vollladen. Das reicht für über 300km die Woche. Sehr üppig, denn wir sind ja hier, um zu wandern und nicht, um herumzukutschieren. Aber mal angenommen. In 3 Wochen ergäben sich somit 19,80 € Ladekosten.

Also aus Gemeindesicht: Für max. 20,- € Strom verschenkt (= in E-Tourismus investiert), aber 2.000,- € hereingeholt. Von daher: Macht’s euch einfach – gebt den Strom kostenlos ab und verbucht ihn unter Werbekosten, einen besseren ROI gibt es kaum! Dann braucht eine Ladestation auch keine teure und fehleranfällige Abrechnungstechnik und die Handhabung wird barrierefrei.

Oder, wenn einem das nicht geheuer ist, investiert man halt in Abrechnungstechnik, aber für die Mehrkosten und Wartungskosten und Verwaltungskosten, die dafür anfallen, ließe sich auf Jahre hinaus der Strom auch kostenlos abgeben, ohne Stress für alle Beteiligten. Macht es einfach, einfach, einfach! Nur verrückte Early Adopters hantieren mit (teuren) eigenen mobilen Ladeboxen und diversen Adaptern und fragen beim Bauern, ob sie mal am Kraftstrom laden dürfen. Normale Leute brauchen einfache Lösungen: barrierefreie, verlässlich funktionierende Standardladesäulen ohne Schnickschnack. Keine Ladekarten, kein Schlüsselschalter – einfach das Ladekabel einstecken und gut.

Damit kein Missverständnis entsteht: Niemand will hier schnorren. Ich bezahle meinen Ladestrom, wo immer es geht. Wenn es auf Spendenbasis ist, runde ich großzügig auf. Aber wenn es halt nicht praktikabel ist, eine Spendenbox aufzustellen und die Kosten für Abrechnungstechnik und Abrechnung in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten des abgerechneten Stroms stehen – dann kann es die beste Lösung sein, eine Ladestation als Werbeinvestition zu betrachten. Und zwar als eine, die sich lohnt.

Hab ich schon erwähnt, dass E-Touristen keinen Lärm machen und die Luft auch nicht verpesten? Für eine Nationalparkregion die ideale Zielgruppe.

Elektrisches Fahren in den Bergen

Ich bin ja doch verblüfft. Mein Durchschnittsverbrauch in den Tiroler Bergen scheint geringer zu sein als zu Hause im Flachland. Erwartet hätte ich leicht höhere Werte. Jetzt hab ich’s nicht ganz genau, weil ich leider vergessen habe, vor den Bergen meinen Bordcomputer zu resetten. Aber nach dem Urlaub war der angezeigte Durchschnittsverbrauch leicht geringer als vorher. 13,9 kWh/100km. Und da ist noch ein kleiner Rest Winter drin. Ich schiebe es mal auf meine entspannte Urlaubsfahrweise.

Bergauf zieht die ZOE ordentlich Leistung. 30-40kW sind da normal. Das schafft sie auch über längere Zeit und Strecke. Davon kann beim Bergabfahren natürlich nicht alles wieder rekuperiert werden, das ist ja ein verlustbehafteter Prozess. Beobachtet habe ich je nach Strecke permanente Rekuperationsleistungen zwischen 10 und 20kW, beim Bremsen noch mehr. Aber das kommt halt bergab zusätzlich wieder herein! Man

verbraucht dann nicht nur nichts, sondern die Energie, die bei Verbrennern über die Bremsscheiben als Hitze verloren geht, wird beim Elektroauto zum guten Teil wiedergewonnen und in den Akku zurückgespeist. Sooo muss Technik!

Gerade in den Bergen sind Elektroautos also besonders effizient im Vergleich zu Verbrennern. Ich genieße das sehr – genau deshalb bin ich ja mit der ZOE hergefahren. Jede Bergabfahrt macht mein Lächeln immer noch breiter. Am Ende vom Urlaub passt es gar nicht mehr in den Rückspiegel. ;-)

Fazit

Urlaubsreisen mit der ZOE? Geht wunderbar. Der entschleunigte Rhythmus von abwechselnd eine/anderthalb Stunden Fahren und dann eine halbe bis eine Stunde Laden in Verbindung mit gemütlichen Geschwindigkeiten und Fahrten abseits der Autobahnen hat sogar meiner Liebsten gefallen. Der Partner Acceptance Factor ist auf dieser Reise signifikant gestiegen. Das finde ich richtig gut. :-)

Meine konservative Ladeplanung führte fast immer zu großzügigen ungenutzten Reserven. Mit mehr Risikofreude hätten die Ladezeiten noch deutlich verkürzt oder die gefahrenen Streckenabschnitte verlängert werden können. Das hätte die Reisezeit nochmal verringert. Aber wenn dann Ladesäulen nicht funktionieren oder zugeparkt sind…

Wir brauchen noch viel mehr Ladesäulen, vor allem Schnelllader an den Autobahnen, und zwar redundant.

Urlaubsorte sollten öffentliche Lademöglichkeiten schaffen. Sehr bald. Sonst wandert eine attraktive Zielgruppe ab oder kommt gar nicht erst.

Elektroautos sind in den Bergen super effizient. Alpen? Kein Problem! Vorsicht, das Dauerlächeln macht Falten.

Ein Fahrbericht
Jan Schäfer

Das Thema Reichweiten wird immer wieder bei E-Autos angesprochen und diskutiert. Gleich, ob es in der Fachpresse ist oder im Gespräch mit Interessierten. Im Allgemeinen und nach der Erfahrung von e-tirol sind Strecken bis 120 Kilometer absolut unbedenklich zu fahren. Mit dem FLUGS ist jeder Punkt im Bezirk hin und retour sicher erreichbar. Dabei muss das Ziel nicht unbedingt im Tal liegen. Bergstrecken können ebenfalls sorglos eingeplant werden. Nun kann es vorkommen, dass ein Auto für eine längere Strecke benötigt wird, aber der einzige Wagen in der Familie bereits unterwegs ist. Wäre der FLUGS eine Alternative?

Da wir vom FLUGS absolut überzeugt sind, machten wir den Selbsttest. Das Ziel war der Flughafen Klagenfurt, da öfter Gäste oder Geschäftspartner von dort abgeholt und dann wieder hingebracht werden wollen. Bei einem Auto mit einem konventionellen Antrieb, setzt man sich einfach ans Steuer, fährt los und benötigt je nach Verkehrslage eineinhalb bis zwei Stunden für die Strecke von Lienz aus. Beim E-Fahrzeug ist es etwas anders. Vor der Abfahrt ist es ratsam schon mal im Internet nach Tankstellen unter beispielsweise www.e-tankstellen-finder.com nachzuschauen, wo Lademöglichkeiten für unterwegs bestehen. Auf dem Parkplatz des Flughafens Klagenfurt befindet sich direkt gegenüber den Terminals eine Ladestation, wie sie ebenfalls in Lienz steht.

Theoretisch wäre es möglich, mit dem FLUGS ohne Zwischenstopp die 142 Kilometer zu bewältigen. Dieses Wagnis wollten wir beim Test nicht eingehen und entschieden uns in Villach zu tanken. Dort befindet sich gegenüber vom ÖAMTC Österreichs größte E-Tankstellenanlage inklusive diverser Optionen für einen Kaffee oder etwas zu essen, um die Ladezeit angenehm zu überbrücken.

Für die Fahrt planten wir also zweieinhalb bis drei Stunden ein. Bis Villach verlief die Fahrt so wie mit jedem anderen Auto auch, nur dass der Geräuschpegel wohltuend niedriger ist. Durch das Führen mittels eines Navigationsgeräts war der ÖAMTC leicht gefunden. Jedoch liegt die „Supertankstelle“ dem ÖAMTC Stützpunkt unscheinbar gegenüber. Man muss schon sehr genau hinsehen, um die grün markierten Parkflächen mit den Ladesäulen zu finden. Neben den gewohnten Ladesäulen befinden sich Tankstellen für den Tesla dort sowie drei Supercharger inklusive drei verschiedener Ladekabel, die an der Ladevorrichtung angeschlossen sind. Wer Glück beim „Betanken“ hat, kann einen Tesla beim Aufladen sehen. Es ist schon beeindruckend, wie E-Autos aussehen können!

Wir entschieden uns für die Schnellladestation. Innerhalb von 30 Minuten sollte der FLUGS bei 40 Restkilometern komplett aufgeladen sein. Ohne Besonderheiten ging es weiter zum Flughafen, der in nur zwei Stunden inklusive Aufladung erreicht wurde. Hier ging der FLUGS für die Rückfahrt wieder an die E-Tankstelle. Die Zeit fürs Warten auf die Gäste, das Auschecken und die Begrüßung war ausreichend um wieder 100% Kapazität zur Verfügung zu haben. Auf der Rückfahrt waren wir drei Personen plus zwei Koffer und das Thermometer zeigte 37 Grad an. Diese Details sind wichtig für den weiteren Verlauf des Tests.

Kurz hinter Klagenfurt ereignete sich ein Unfall. Die Autobahn wurde gesperrt. Wir hatten Glück und konnten den Abzweig Velden benützen. Jedoch brauchten wir für diese knapp zwei Kilometer dorthin eine gute halbe Stunde. Wegen der Wärme war das Gebläse an, aber die Klimaanlage wurde vorsorglich abgeschaltet, um Strom zu sparen. Alle Stromquellen werden aus einer Batterie versorgt, die auch für den Antrieb zuständig ist. Je länger wir standen, desto mehr nahm die Reichweite ab. So wurde schließlich auch das Gebläse ausgestellt, was unglaublich viel Energie benötigt, damit die Ladestation in Villach sicher erreicht werden kann. Im Schritttempo ging es durch Velden zur übernächsten Autobahnauffahrt. Mit 70 Kilometer Reichweite im „Tank“ erreichten wir wieder die E-Tankstelle in Villach.

Voll aufgeladen ging es danach weiter. Hinter Spital bereits auf der Bundesstraße befindlich, zeigt die Distanzanzeige nur noch 40 Kilometer an. Das hätte für Lienz nicht mehr gereicht. Das Navigationsgerät hat die Option der Lademöglichkeit während der Fahrt anzuzeigen. Aufgrund der noch vorhandenen Reichweite verwies jedoch das Navigationssystem darauf, dass keine Berechnungen für die nächste E-Tankstelle möglich sind. Wir probierten dennoch so dicht, wie es geht, an Lienz heranzu- fahren. Das Minimalziel war Dölsach, da dort unser Vereinsmitglied Martin Kollnig auf seinem Firmengelände eine Ladevorrichtung hat.

Zum Sparen vom Strom wurden alle Energieverbraucher ausgestellt und der FLUGS in den ECO-Modus geschaltet. Ferner fuhren wir nur noch um die 80 km/h und nutzten die Bremswirkung des Autos zum Aufladen der Batterie. Mit dieser Taktik schafften wir es tatsächlich bis Lienz und hatten am Ende sogar fast 30 Kilometer Reichweite buchstäblich „erbremst“.

Fazit: E-Auto fahren, heißt den Kopf einschalten. Neben der Planung für Zeit und Lademöglichkeiten, müssen weitere Faktoren bedacht werden – Temperatur und Gewicht! Das hatten wir bei der Rückfahrt nicht bedacht. Deswegen verbrauchte der FLUGS mehr Strom als auf der Hinfahrt. Wir hätten einen Stopp mehr einplanen müssen, um entspannter zu fahren.
Dennoch: Wer das bedenkt, kann ohne Probleme auch größere Distanzen mit einem E-Mobil fahren ohne auf die Vorzüge von Radio, Klimaanlage oder dem Bluetooth-System verzichten zu müssen. Der FLUGS ist eine Alternative.